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Sanft mobil - zu Fuß und per Rad


von Marcus Bauer

Reisen ist Ortsveränderung. Dass damit nicht nur die An- und Abreise zum Urlaubsort gemeint ist, das stellte schon Goethe fest. „Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.“ Unterwegs sein – Bewegung – erfreut sich als Urlaubsmotiv immer größerer Beliebtheit. Die Wachstumsquoten der Aktivurlaubs-Branche sind beachtlich.

Auf Schusters Rappen

Als vor knapp zehn Jahren einige Gemeinden am Rhein Erhebungen zum touristischen Potenzial des lokalen Jakobswegs anstellten, wunderte man sich sogar in der Fachwelt. Mittlerweile ist die Jakobsmuschel ein allgegenwärtiges Wegsymbol auf Europas Wanderwegen. Fernwandern ist in, ob religiös motiviert oder nur als Freizeitbetätigung. Und schon lange denkt bei Wandern keiner mehr an den Verdauungsspaziergang nach dem sonntäglichen Festmahl. Alleine das Netzwerk der europäischen Fernwanderwege umspannt etwa 55.000 Kilometer. Dazu kommen ungezählte Themenwanderwege. Und sie werden genutzt: 34 Millionen Deutsche wandern und im Jahr 2008 haben sie laut einer Studie des Europäischen Tourismus Instituts dafür 3,7 Milliarden EUR ausgegeben. Die Anreise nicht mitgerechnet. Der mit Abstand häufigste Grund für die Beliebtheit des Wanderns ist der Wunsch nach einem guten Naturerlebnis.

In die Pedale treten

Auch das Fahrrad assoziiert längst niemand mehr mit dem rostigen Drahtesel aus der automobilen Wirtschaftswunder-Zeit. Können es doch High-Tech-Exemplare heute leicht auf den Preis eines Gebrauchtwagens bringen. Ob Mountainbiking im Gebirge oder als mehrtägige Tour auf einem Fahrrad-Wanderweg, die Branche boomt. Eine Grundlagenuntersuchung des Deutschen Tourismusverbandes DTV schätzt den Markt auf 22 Millionen Übernachtungen. Hinzu kommen 153 Millionen Tagesausflüge. Gesamt-Bruttoumsatz: 3,87 Milliarden EUR. Viele Destinationen haben das Potenzial erkannt und setzen ganz gezielt auf  fahrradfreundliche Urlaubs- und Beherbergungsangebote. Und längst nicht nur ländliche Regionen promoten diese umweltfreundliche Art der Fortbewegung. Die dänische Hauptstadt Kopenhagen baut seit Jahren gezielt ihr Image als fahrradfreundlichste Metropole der Welt aus. Als gutes Beispiel: Kaum eine europäische Großstadt in der Radfahren heute kein Thema ist.

…gib mir Energie

Dennoch schrecken noch immer viele Menschen vor zuviel körperlicher Anstrengung zurück. Gut, wenn im Notfall ein Elektromotor unterstützend eingreift. E-Bikes sind der neue Trend am Fahrradmarkt. Sie ermutigen auch Skeptiker zu aktiver Bewegung als Urlaubsvergnügen und sprechen damit neue Kundengruppen an. Das „Urlaubserlebnis mit dem Elektrofahrrad“ ist weit mehr als ein Nischenprodukt. Bereits 40 Regionen in Europa mit insgesamt 2500 Verleihrädern an 400 Stationen finden sich im Portfolio des größten europäischen Anbieters für Elektromobilität. Schnelles Wachstum ist möglich. Aufbauend auf bestehenden Radwegenetzen, Radverleih- und Hotellerie-Betrieben sind Elektrofahrrad-Angebote in den meisten Destinationen relativ einfach umzusetzen. 

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