
Esquinas heißt „Ecke“ auf Spanisch – und eine der schönsten Ecken Costa Ricas befindet sich im Südwesten des Landes, wo seit 1991 der Verein „Regenwald der Österreicher“ den Nationalpark Piedras Blancas tatkräftig unterstützt. Die Esquinas Lodge liegt am Rande des Nationalparks und ist heute eines der sympathischsten und engagiertesten Ökotourismusprojekte des Landes.
Nach dem Vorbild des „Au-Freikaufs“ in Hainburg sammelt der vom Wiener Musikprofessor Michael Schnitzler gegründete Verein Spendengelder, um noch in Privatbesitz befindliche Regenwaldflächen rund um und im Nationalpark Piedras Blancas zu kaufen und der Nationalparkverwaltung Costa Ricas zu schenken. Damit sind diese Regenwaldgebiete und ihre vielen Bewohner – eine Vielzahl unterschiedlichster Frösche, Tukane, Papageien, Agutis, Schlangen, Kaimane etc. - vor Schlägerung und Zerstörung sicher.
Wer den Regenwald und seine Bewohner selbst erleben möchte, ist in der Esquinas Lodge richtig: Das Ökotourismusprojekt von „Regenwald der Österreicher“ ist klein, aber fein – und im Gegensatz zu diversen Luxuslodges, die es mit der Verantwortung für die Natur, von der sie profitieren, teilweise auch nicht so genau nehmen, ist ein Aufenthalt in der Esquinas Lodge auch für Normalsterbliche erschwinglich. Für StudentInnen gibt es zusätzliche Nächtigungsmöglichkeiten auf der nahe gelegenen Tropenstation La Gamba, die auch im Zuge des Projekts „Regenwald der Österreicher“ entstanden ist und heute von der Universität Wien betrieben wird.
Die Esquinas Lodge ist keine anonyme Hotelanlage - maximal 40 Gäste werden gleichzeitig betreut, um die sensible Umwelt nicht überzustrapazieren. Und diese Umwelt hat es in sich: Am Rand des Regenwalds gibt es hier direkt vor der „eigenen“ Hütte soviel an Tieren und Pflanzen zu entdecken, dass manche Gäste nur staunen, schauen – und fotografieren. Gut ausgebildete Guides bieten Führungen durch den Regenwald an, auch nachts, wenn die berühmten Rotaugenfrösche aktiv werden. Tagsüber sieht man – Fledermäuse. Eine kleine Kolonie hängt wortwörtlich in der hauseigenen Bar herum und lässt sich von erstaunten Besuchern nicht weiter stören.
Die 14 Hütten sind liebevoll eingerichtet und mit Holz und Palmblättern der Umgebung gebaut, wobei auf widerstandsfähige, aber seltene Tropenhölzer weitgehend verzichtet wurde. Die offene, luftige Bauweise des Haupthauses mit Rezeption, Restaurant und Bibliothek ist von indianischen Traditionen inspiriert, die im tropischen Klima Sinn machen: Man ist vor Regengüssen bestens geschützt und kommt nie ins Schwitzen, obwohl bewusst auf energiefressende Klimaanlagen verzichtet wurde. Mit einer Ausnahme: Dem Internetraum. Computer halten hohe Temperaturen und Feuchtigkeit eben weit schlechter aus als Menschen und die vielen kleinen und großen Bewohner des Regenwalds.
Abfälle werden kompostiert und getrennt, Wasser recycelt, der herrliche Pool wird von einem Bach gespeist. Chlor kommt darin nicht vor. „Unser Freund und Berater, der Schwimmteichexperte Richard Weixler, hat vorgeschlagen, für die Trockenzeit - von Dezember bis März - zusätzlich eine Pflanzenkläranlage einzubauen, mit einer kleinen Pumpe, da das Entleeren und Füllen in dieser Jahreszeit mehr als 24 Stunden dauert. Wir hoffen, diese Anlage noch heuer zu bauen“, so Michael Schnitzler. Das Management der Esquinas Lodge ist der jungen Costaricanerin Ana Catalina Torres anvertraut, die in der Hochsaison mehr als 25 MitarbeiterInnen führt. Die meisten kommen aus dem nahen Dorf La Gamba; viele Frauen aus dem Dorf haben damit erstmals ein eigenes Einkommen. Im Restaurant wird fast alles aus costaricanischen Produkten auf die Teller gezaubert, vieles aus eigenem Anbau der Lodge.
Infos: www.regenwald.at www.esquinaslodge.at http://www.lagamba.at
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