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Chumbe Island: Expedition mit Schnorchel und Tauchglas


von Susanna Hagen

Genug Zeit ist – neben Schnorchel, Taucherglas und Flossen - das Wichtigste, was man nach Chumbe  mitbringen sollte. Die 22 Hektar große Insel, südwestlich von Sansibar, wurde in den 90er-Jahren von der Regierung zum Naturreservat erklärt. Auf diese Weise konnte die immense Bio-Diversität in ihrer Ursprünglichkeit erhalten werden. Der Chumbe Island Korallenpark mit seiner sieben Hütten großen Öko-Lodge, gilt als Vorzeigeprojekt in Sachen Öko-Tourismus. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass die Menschen in den Fischerdörfern von Anfang an in das Projekt eingebunden waren. „Viel Aufklärung war nötig,“ meint der Lodge-Manager, „früher dachten die Leute, dass Korallen Steine sind.“ Die Zeiten sind aber längst vorbei, denn die Betreiber des Korallenparks bringen immer wieder Schulklassen, aber auch Fischer und andere Dorfbewohner aus der Region zum Riff und machen sie immer wieder auf die Bedeutung dieses Lebensraums aufmerksam.

Blaue Wunder

Noch faszinierender als der Urwald auf Chumbe, ist die Unterwasserwelt am seichten RiffIch schwebe über das Riff, das je nach Stand der Gezeiten nur einen bis drei Meter tief unter der Wasseroberfläche liegt. Eine seltene Chance für Schnorchler, die Wunder der Unterwasserwelt zu sehen, die sonst nur Flaschentauchern vorbehalten sind. Zwischen pittoresken Korallen weiden bunte Fische aller Art, die ich nur aus dem Aquarium kenne. Da in Chumbe nicht gefischt oder harpuniert wird, verhalten sie sich eher neugierig als scheu. Hinter der Riffkante, an deren Wände Schwärme von Barrakudas jagen, geht es 30 oder 40 Meter in die Tiefe. Wir begegnen drei verspielten Delfinen, die immer wieder unvermittelt aus der Dunkelblau auftauchen. Endlich sehe ich eine der seltenen Karettschildkröten, die gerne in dieser Region des Indischen Ozeans brüten. Wie mir der Tauchguide vorher geraten hat, bewege ich meine Flossen nicht mehr, sondern imitiere mit meinen Armen die Flugbewegungen der Schildkröte. Tatsächlich, sie begleitet mich eine Weile. Verzaubert von dem submarinen Impressionen, begebe ich mich auf einen der vielen Naturlehrpfade durch den einzigartigen Urwald, der Chumbe fast zur Gänze bedeckt. Das Dickicht von Bäumen, Schlingpflanzen, Ranken und Wurzeln gedeiht auf fast nacktem fossilen Korallenfels. Bei genauerem Hinsehen, lassen sich zwischen all dem Grün noch versteinerte Skelette und Schalen vieler Korallen- und Muschelarten finden. Viele Vogelarten, Einsiedlerkrebse, die bis zu 4 kg schweren Kokoskrabben oder die sehr scheue, kleine Sansibar Ducker Antilope, sind  auf ausdauernden Wanderungen zu entdecken. Bald zieht es mich wieder ins Wasser, denn ich habe noch ein Rendez-Vous mit Oscar, dem gefleckten Riesenzackenbarsch des Riffs.

Infos: Chumbe Island Coral Park, www.chumbeisland.com/de

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